Lagen

Lagen

Wo mein Wein gut liegt.

Meine Weingärten befinden sich auf Plateaus, in der Ebene und auf Hängen, die meist in sanften Wellen abfallen. Ihre Böden sind meist steinig, doch manchmal auch tiefgründig, oft sonnendurchflutet und warm, gelegentlich aber auch kühl und schattig. Manche eignen sich für Blaufränkisch und Pinot Noir andere für Welschriesling und Pinot Blanc, viele basieren auf Kalk manche auf Schiefer und wieder andere auf Braunerde. Alle haben ihre eigene Geschichte. Man muss ihnen nur die Möglichkeit geben, sie zu erzählen.

Ried Goldberg

Goldberg ist die unbestritten beste Lage in Schützen am Gebirge und wurde bereits 1555 erstmals dokumentiert. Der Name spricht Bände. Wobei du das Gold im Berg auch durch Glimmerschiefer ersetzen könntest. Denn darauf baut die Lage. Der Goldberg ist vom See abgewandt und einer am Leithagebirge entlangwehenden kühlen Thermik aus dem Norden ausgesetzt. Da sich Schieferböden leicht erwärmen, kommt es zu einem warm-kalten Kontrast, allerdings unter umgekehrten Vorzeichen: kalter Boden + warme Luft = Marienthal, warmer Boden + kühle Luft = Goldberg. Der daraus resultierende große Temperaturunterschied spiegelt sich auch im Wein wieder.

Durch seine besonderen Bodenverhältnisse und sein Mikroklima ist der Goldberg eine ideale Lage für glutvolle Blaufränkische mit beeindruckender Aromenvielfalt und immensem Potenzial.

„Reibt man zwei Steine im Sommer aneinander, kann man den Feuerstein und Graphit riechen, den man auch im Wein findet“

Georg Prieler.

Ried Marienthal

Die Riede Marienthal, deren heutiger Name auf das Jahr 1881 zurückgeht, ist eine der bekanntesten und ältesten Lagen rund um den Neusiedlersee. Bereits davor war die Riede offenbar in aller Munde. Im Jahr 1476 etwa unter der Bezeichnung „Marchteil“, welche sich vom althochdeutschen „Mark“ ableitet und „Grenze“ bedeutet. Die Einheimischen nennen die rund 10,3 Hektar große Riede „Moaritoal“.

Schaust du vom Marienthal in Richtung Osten, breitet sich vor dir der Neusiedlersee und dahinter die pannonische Ebene aus. Schaust du dagegen auf den Boden, dann siehst du dort Kalksand und kleine Kalkbrocken. Einen Meter tiefer findet sich dann Kreide, vor allem im relativ steilen Oggauer Teil des Marienthal, dort wo meine Stöcke stehen.

Warme pannonische Luftmassen, die das Wachstum forcieren, treffen hier auf einen kühlen Boden, der das Wachstum bremst. Aus diesem Spannungsverhältnis entstehen Weine, die sich gleichfalls durch Antagonismen auszeichnen. Immense Kraft wird von lebhafter Säure, mächtigem Gerbstoff, einer robusten, geradlinigen Textur und von einem intensiven Fruchtspiel abgefedert.

Ried Haidsatz

Die Riede Haidsatz schaut weit in die Geschichte zurück. Du findest sie in Dokumenten aus dem 15. Jahrhundert, wo sie als besonders gute Riede gelobt wird. Besonders für fundierte Weißweine geeignet, musste sie in den Dekaden des burgenländischen Rotweinbooms anderen Rieden das Rampenlicht überlassen. Erst in den letzten Jahren trat sie mit vielschichtigen und ausdrucksstarken Weinen langsam wieder auf die Bühne. Sie ruht auf einem Gemisch aus Kalk und Schiefer, genauer auf einem Kalksockel über einer Schieferplatte. Sie ist in der Mitte des Schützner Steins positioniert, wo sie sich kühlen Nordostwinden öffnet, die die Reife positiv hinauszögern und dem dort beheimateten Pinot blanc eine saftige Textur und ein kräftiges Rückgrat verleihen.

Ried Seeberg

Die Riede Seeberg ist ein 50 Meter über Schützen und 180 Meter über dem Meer gelegenes Plateau. Vor Jahrmillionen lag das Meer noch über der Riede und hinterließ bei seinem Rückzug Fossilien und Muscheln, die heute das Fundament des enormen Kalksockels bilden. Dank seiner geologischen Formation absorbiert der Boden Niederschlag, speichert ihn aber auch perfekt und fördert so die Nährstoffversorgung der Reben. Die topographischen Beschaffung als Plateau garantiert den Reben den ganzen Tag über Sonne und Wind, wärmende und kühlende Effekte, die sich beide im Wein wiederfinden.